Bärlauch Spinat Spaghetti mit Speck-Croutons

Pasta ist wie eine Umarmung von innen

Spaghetti… Es gibt für mich kein Gericht, dass einen in so unterschiedliche Gefühlszustände versetzen kann. Da hätten wir zum einen ganz klar die wohlige Wärme die man im Magen und der Brust fühlt, wenn man sich eine herrliche Portion Spaghetti Bolognese vorstellt. So viel Liebe steckt in diesem Gericht und jedes Mal schmeckt es ein klein wenig anders… Als würde sich die Soße immer an den jeweiligen Moment und die vorherrschenden Gefühle anpassen, die in der Luft liegen.

 

Schon mal Spaghetti nach einem langen und richtig harten Arbeitstag gegessen? Unglaublich befriedigend nicht wahr? Man fühlt sich, als würde man von innen heraus umarmt werden. Oder eine ordentlich Portion Spaghetti bei Mama daheim? Nirgends werden die Nudeln so schmecken wie „daheim“. Ich weiß nicht ob das wirklich an der Soße liegt, oder daran wie beständig sich plötzlich alles anfühlt. Man rutscht plötzlich wieder in alte Zeiten und nichts scheint so verlässlich wie mein Papa der sich auch nach 30 Jahren immer noch darüber beschwert, dass es keinen Salat dazu gibt. Für einen Moment reist man in der Zeit zurück und es scheint alles so als wäre es immer schon so gewesen und würde nie anders sein.

Unvorstellbar, dass eines Tages der Tag kommen wird, an dem nirgends mehr die Nudeln so wie bei Mama schmecken… Oder sich niemand mehr darüber beschwert, dass kein Salat als Beilage vorhanden ist. Es bleibt lediglich die Erinnerung an diesen vielen bestimmten Momente gemeinsam am Tisch zurück. Gut konserviert wie ein Glas Tomatensugo. Wenn Essen eines kann, dann ist es der Erinnerung dabei zu helfen Gefühle abzuspeichern, sie mit Gerüchen und Momenten zu verbinden und im jeweiligen Moment direkt wieder hervorrufen zu können. Als wäre man wieder an jenem Ort… an jenem Tisch… in jener Zeit. Es benötigt lediglich einen Spaziergang vorbei an einen Rosmarin Busch, der einen plötzlich an die Spaghetti Soße damals im Urlaub erinnert. Oder ein Gericht in einem Lokal, dass einen zurückversetzt ins erste Date. Damals als alles noch so aufregend und neu war.

 

Aber da gibt es noch die anderen Gefühle, die Spaghetti in einem auslösen können: Unsicherheit. Verletzlichkeit. Nähe. Moment was? Unsicherheit? Verletzlichkeit? Und wie passt Nähe da dazu? Ich weiß noch damals, als man in dieser „Kennenlernphase“ war – unwissend ob es Liebe ist oder vielleicht doch nur ein Funke von vielen. Ihr wisst schon: Diese Zeit des einander Kennenlernens wo die natürlichsten Dinge plötzlich peinlich oder unangenehm werden und man sich irgendwie noch nicht so richtig verletzlich zeigen will. Zittrige Hände, das Herz klopft… die Gedanken kreisen. Wer will da schon Spaghetti essen? Entweder ist der Bissen zu groß und alles rutscht von der Gabel oder die Soße landet gefühlt überall. Und da ist es plötzlich: Dieses Gefühl der Unsicherheit und Verletzlichkeit, die ein Essen, dass dir sonst so viel Wärme und Liebe schenkt in dir auslösen kann. Und gleichzeitig das schönste Gefühl, wenn man plötzlich merkt, dass es einem egal ist wie man beim Spaghetti essen aussieht und man ein köstliches Essen gemeinsam genießt und ganz bewusst einen intimen Moment teilt oder Worte sagt, an die man sich später vielleicht einmal zurückerinnern wird. À la: 

Bärlauch-Spaghetti

“Weißt du noch damals? Als du das erste Mal Spaghetti für mich gekocht hast und du den ganzen Abend nicht gemerkt hast, dass du Soße am Kinn hast?”

 

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